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Exposee
Le chevaliers mérchant match/ Des Chevaliers gemeine Spiel AT
von Kathrin Reinke
Eric Barkley begegnet der Schwester seines Freundes in unerwarteten Umständen. Gegen seinen Willen fasziniert, bemüht er sich seine alles andere als rosige Lage aufzupolieren. Denn weder sein verantwortungsloser Umgang mit seinem nicht mehr vorhandenem Vermögen, noch seine unzähligen Frauengeschichten, sprechen für ihn als potentiellen Schwager. Eric zweifelt nicht daran, dass sein Freund seinem Werben Widerstand entgegensetzen würde, denn Matthew Cavendish trennte Familie und Freunde fein säuberlich. Eric kennt nicht einmal den Namen seiner Auserwählten und hält sie, nach einer Beschreibung für ihre Schwester. Er bemüht sich die Verlobung des Mädchens zu zerschlagen, bessert seine finanzielle Lage auf, beginnt sich körperlich zu ertüchtigen, noch bevor er überhaupt mit seinem Anliegen an sie herantritt. Sie ist seinem Werben nicht abgeneigt, ohne jedoch die Absicht zu verfolgen, es tatsächlich in eine Ehe münden zu lassen. Die Dauerverlobung in der sie tatsächlich steckt, hat sie jeglicher romantischer Idee beraubt und alles, was sie sich für die Zukunft wünscht, ist Verständnis. Warum waren Männer so verantwortungslos? Bei ihren Experimenten eben dies herauszufinden, stößt sie immer häufiger auf Eric. Die unerwartete Rückkehr ihres gewalttätigen Verlobten, bringt Eric näher an sein Ziel. Matthew erlaubt eine Verheiratung seiner Schwester mit Eric. Die Hochzeit findet nicht statt, weil der Verlobte Adrienna entführt und sie sich nach ihrer Rettung verweigert. Eric verzweifelt an der plötzlich doppelten Blockade und erhält Hilfe von Adriennas Mutter. Er wird zum Weihnachtsball eingeladen, erklärt ihr seine Liebe und wird abgewiesen, weil sie nicht der Grund für ein Zerwürfnis zwischen den Freunden sein will. Erst Matthews erzwungene Einwilligung beschert ein happy end.
Leseprobe
Le chevaliers mérchant match/ Des Chevaliers gemeine Spiel AT
von Kathrin Reinke
Lynnwood House, London Frühjahr 1831
Eric Barkley, Viscount Swansea, reichte dem distinguierten Butler seines Freundes Hut und Handschuhe und ließ sich anschließend aus dem Umhang helfen. Er war rastlos und wartete nicht darauf, dass er gemeldet wurde, sondern stürmte, kaum dass er das überflüssige Kleidungsstück los war, in Richtung der Bibliothek. Er riss die Tür auf und schlug sie hinter sich wieder zu. Mit einem Blick erfasste er, dass der Freund rauchend in dem der Tür abgewandten Sessel vor dem flackernden Kamin saß. Ein Glas von Lynnwoods hervorragendem Brandy stand scheinbar unberührt auf dem zierlichen Beistelltisch, gleich neben einem kristallenen Aschenbecher. Eric machte seiner Unrast Luft indem er fluchte.
„Herr im Himmel, Matthew, was ist nur los mit den Weibern? Erst Lady Mount und nun will Grace ihre Krallen in mich schlagen!“
Er trat an die Bar und füllte sich unaufgefordert ein Glas mit dem besten Cognac des Marquis und schlenderte plaudernd zurück zu seinem schweigsamen Freund.
„Jeder weiß doch, dass sie nicht sparsam ist mit ihren Zuneigungsbekundungen und sie mag eigentlich ganz England ... wenn sie eine Professionelle wäre, sie wäre steinreich! Das sie wirklich glaubt, ihr Geld könnte mich verlocken! Wirklich, so nötig habe ich es dann doch nicht! Aber gut ist sie. Eigentlich schade, dass ich auf ihre Reize nun verzichten muss.“
Eric schmiss sich auf den freien Sessel, seinem Freund gegenüber und hob das Glas, um ihm zuzuprosten. Sein Arm verhielt schlagartig mitten in der Bewegung, seine Pupillen weiteten sich in purem Entsetzen und im nächsten Augenblick stand er bereits schwanken wieder auf den Füßen. Vielleicht hätte er sich vergewissern sollen, dass die Person, die die feinen Rauchschwaden produzierte tatsächlich Matthew war, aber schließlich erwartete man nicht so etwas! Eine Frau, trinkend und rauchend im Heiligtum eines Mannes!
„Entschuldigung!“, stammelte er und spürte, wie ihm die heiße Röte ins Gesicht schoss. Die Frau sah ihn einen Moment lang schweigend an, bevor sie ihm ein kleines Lächeln schenkte. Ihr volles dunkelbraunes Haar wallte um ihr blasses Gesicht, das von ihren großen braunen Augen dominiert wurde. Sie besaß ein eher rundliches Gesicht mit vollen Wangen und sinnlichen Lippen. Eric stöhnte unterdrückt auf. Diese Frau war definitiv eine Cavendish, womöglich eine der Schwestern seines Freundes, der ihn sicherlich erwürgen wird, sobald er Kenntnis von dieser Episode bekam. Immerhin war sie eher spärlich bekleidet in ihrem Nachtstaat, der ihre üppige Figur nur mäßig bedeckte. Ihm wurde brütend heiß bei ihrem Anblick. Was hatte er noch gleich gesagt? Irgendetwas anzügliches?
„Ich erwartete Lynnwood hier anzutreffen …“
Natürlich, wen sonst? Fragte er sich ärgerlich und starrte auf die Frau herab, die bei der Erwähnung des Marquis die Brauen zusammenzog.
„Sie werden ihm wohl gemeldet werden“, murmelte sie mehr für sich selbst und ihre warmen, braunen Augen verdunkelten sich leicht. Ihr Blick fiel auf den Rauch ihrer Zigarre und Sorge schlich sich in ihr Antlitz.
Ihr Bruder würde ihr den Hals umdrehen, wenn er sie rauchend und trinkend in Gesellschaft eines Herrn antraf! Sie warf dem Lord, der sie immer noch teils entsetzt, teils ungläubig beobachtete, einen Blick unter den Wimpern hervor zu und seufzte leise. Sie stand auf und kam dabei dem Viscount unschicklich nahe, aber da sie nicht anders an ihm vorbei kam und er nicht Platz machte, ließ sich daran nun mal nichts ändern. Sie hob eine Braue und beobachtete fasziniert, wie sich Swanseas Pupillen weiteten und sich seine Atemrate erhöhte. Neugierig lehnte sie sich ihm etwas entgegen. Der Gestank ihrer Zigarre gab ihr eine Idee ein.
„Rauchen Sie?“
Sie beobachtete ihn unter den Wimpern hervor, als sie den Stumpen in den Mund nahm, um an ihm zu ziehen.
Eric wollte gar nicht, aber seine Augen wurden wie magisch von ihrem Mund angezogen. Er schluckte schwer und ballte hilflos die Hände, als ihre vollen, schimmernden Lippen den Tabakfinger entließen und sie dann langsam den weißen Rauch ausblies. Sie hob ihm die Zigarre entgegen und er kopierte willenlos ihre Geste. Ihr linker Mundwinkel hob sich zu einem geheimnisvollen Lächeln und Eric war verloren. Er griff nach der Hand mit dem Rauchzeug der Frau, die hundertprozentig Tabu für ihn war, selbst wenn sie nur eine Cousine seines Freundes sein sollte und zog sie hart an sich, um seinen hungrigen Mund auf ihren zu pressen. Sie fuhr nicht zurück, sondern ließ sich gegen ihn fallen. Er stöhnte an ihren Lippen, ließ ihre Hand los und vergrub seine in den seidigen Bahnen ihres Haares in ihrem Nacken, während die andere unter ihren Morgenrock wanderte.
Sie erschauerte unter der Hitze seiner Hand in ihrem Rücken und kostete jeden Augenblick aus. Sie war noch nie so geküsst worden. Selbstredend, schließlich ließ sich eine Dame von vornehmer Geburt nicht küssen, nicht derartig in den Arm nehmen und so anfassen war auch fern jeglicher Schicklichkeit!
Eric kam das auch in den Sinn. Schlagartig ließ er sie los und trat so schnell zurück, dass sie schwankte.
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